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Nord Stream 2 ist finanziert Fünf Konzerne springen Gazprom bei

24.04.17 Das Projekt ist umstritten: In der Ostsee wird zwischen Russland und der EU eine zweite Gaspipeline verlegt. Vor allem osteuropäische Länder sind wenig angetan. Doch unter anderem ein deutsches Unternehmen hilft bei der Finanzierung.

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Uniper und vier weitere europäische Energieunternehmen beteiligen sich mit rund 4,75 Milliarden Euro oder 50 Prozent der Gesamtkosten am Bau der neuen Gaspipeline zwischen Russland und Europa. Uniper, die sich vor einiger Zeit vom Energiekonzern Eon abgespalten hat, investiert bis zu 950 Millionen Euro in Nord Stream 2. Das sind zehn Prozent der gegenwärtig geplanten Gesamtkosten des Projekts, wie das Unternehmen mitteilte. Uniper prüfe, einen Partner ins Boot zu holen, teilten die Düsseldorfer mit. Rund 30 Prozent der Finanzierung will Uniper selbst stemmen, die Mittel werden von der Nord Stream 2 AG voraussichtlich noch in diesem Jahr beansprucht.

"Das finanzielle Engagement der Europäischen Unternehmen unterstreicht die strategische Bedeutung des Nord Stream 2-Leitungsprojekts für den europäischen Gasmarkt", heißt es von Uniper. Die europäischen Partner des Energieversorgers sind Engie, OMV, Shell und Wintershall. Gazprom soll alleiniger Aktionär der Projektgesellschaft Nord Stream 2 AG bleiben.

Ursprünglich war geplant, dass der russische Energieriese Gazprom und seine westlichen Partner ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau der Röhre gründen. Doch das Projekt ist umstritten und stieß auf Widerstand. Hintergrund ist die Sorge einiger osteuropäischer Länder, dass Russland künftig Gas nicht mehr durch die Ukraine und Polen nach Westen schicken könnte, sondern nur noch durch die Ostsee direkt nach Deutschland. Dann würden die osteuropäische Länder etwa Durchleitungsgebühren verlieren.

Die polnische Wettbewerbsbehörde hatte gegen das Gemeinschaftsunternehmen zudem Einspruch erhoben. Polen hatte kritisiert, dass das Projekt den lokalen Wettbewerb schwäche und die Versorgungssicherheit gefährde. Nun haben sich die Konzerne anstelle eines Gemeinschaftsunternehmen auf eine gemeinsame Finanzierung verständigt.

Der russische Energiekonzern hatte schon vor einiger Zeit mit den europäischen Energieunternehmen den Bau der neuen Gaspipeline vereinbart. Die 1220-Kilometer lange Nord Stream 2-Leitung soll mit einer Kapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr über die Ostsee bis nach Greifswald eine direkte Verbindung zwischen den russischen Gasreserven und den europäischen Gaskunden schaffen. Der Baubeginn der Leitung ist für 2018 geplant und soll Ende 2019 abgeschlossen sein.

Quelle: n-tv.de